Wangser Schutzwald für Waldpreis nominiert
Wangs/Schänis. - Am 6. November verleiht Wald St.Gallen und Liechtenstein zusammen mit der Hilti Foundation in Schänis den Waldpreis 2026. Fünf Projekte stehen im Final. Mit dabei ist “Starke Bäume für den Wangser Schutzwald” der Ortsgemeinde Wangs. Die Jury würdigt insbesondere den langfristigen Denkansatz: Aus dem Schaden nach Orkan “Vivian” wurde mit viel Weitsicht ein Nutzen für kommende Generationen geschaffen. Hervorgehoben werden zudem die hohe Biodiversität und der konsequente Umsetzungsgrad.
Vom Sturm zum Schutzwald
Als Vivian in der Nacht vom 26. auf den 27. Januar 1990 über die Region zog, zerstörte er am Wangserberg auf rund 90 Hektaren einen überwiegend 150-jährigen Fichtenbestand. “Als ich am nächsten Tag das gesamte Ausmass sah, war ich sprachlos”, erinnert sich der damalige Revierförster Max Schnyder. Weil die Fläche Menschen und Infrastruktur vor Schnee, Lawinen, Rutschungen und Murgängen schützt, begann bereits 1991 ein Wiederherstellungsprojekt mit dem Kantonsforstamt. Statt erneut auf einen gleichförmigen Fichtenwald zu setzen, wurden Tannen, Lärchen und Laubhölzer gefördert. Heute beträgt der Laubholzanteil rund ein Drittel.
Vertrauen über Generationen
Das eigentliche Wiederherstellungsprojekt lief bis 2003, die Pflege dauert bis heute an. Über Jahrzehnte waren Ortsgemeinde, Forstdienst, Kanton, Forstunternehmen und Jägerschaft beteiligt. Gerade diese Kontinuität gilt als zentraler Erfolgsfaktor. “Die entscheidenden Zauberwörter sind: miteinander sprechen, gemeinsame Lösungen finden und Vertrauen haben”, sagt Ortsgemeindepräsident Kilian Grünenfelder. So gelang es auch, den hohen Wildverbiss gemeinsam mit der Jägerschaft anzugehen. Mit Bejagungsschneisen, Äsungsflächen und einer systematischen Verbisskontrolle wurden Waldentwicklung und Jagd aufeinander abgestimmt.
Goliaths geben Stabilität
Im heutigen Wald schliessen sich die grossen Lücken zunehmend. Er ist arten- und strukturreicher und erfüllt seine Schutzfunktion wieder. Seit 2018 werden zudem besonders stabile Bergahorne und Buchen als “Goliath-Bäume” gezielt gefördert. Sie wirken im Bestand wie eine Armierung und sollen Stabilität und Biodiversität stärken. Revierförsterin Renate Friedl sieht die Arbeit damit nicht als abgeschlossen: “Nun braucht es eine sorgfältig abgestimmte Pflege, damit die Baumartenvielfalt, die Biodiversität und die Stabilität des Waldes erhalten und weiter gestärkt werden können.” In den kommenden Jahren soll der Wald noch stufiger werden und neben Schutz und Lebensraum auch weiterhin Holz für die Region liefern.
Waldpreis 2026
Die Preisverleihung findet am 6. November 2026 in Schänis statt. Die fünf nominierten Projekte werden auf www.waldpreis.chExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet. ausführlich vorgestellt.