Revitalisierung Feerbach: Baustart nach den Sommerferien
Ein Bach mit Potenzial – und einer besonderen Bewohnerin
Der Feerbach entspringt oberhalb von Wangs und mündet in den Vilterser-Wangser-Kanal. Seit der Gewässerkorrektur im Rahmen der 2. Saarmelioration (1970–1974) fliesst er in einem stark verbauten Bett durch Ackerland und bebautes Gebiet – ökologisch wenig wertvoll, hydraulisch unflexibel. Und dennoch beherbergt er dabei eine Besonderheit: die einzige Dohlenkrebspopulation des Kantons St. Gallen. Der Dohlenkrebs gilt als stark gefährdet und ist geschützt. Um diesen Bestand langfristig zu sichern und zu erweitern, wird der Bach etappenweise revitalisiert – eine Vorgehensweise, die das sensible Ökosystem schont. Neben den Dohlenkrebsen sollen auch Bachforellen, weitere Fischarten und die allgemeine Artenvielfalt von der Massnahme profitieren. Der Wunsch, den Feerbach aufzuwerten, besteht seit vielen Jahren. Das Thema wurde 2018 erstmals seitens Kantons eingebracht. Die ersten Pläne und Skizzen wurden 2019 erstellt. Das darauf aufbauende Auflageprojekt wurde im Mai 2025 abgeschlossen; im selben Jahr erliess der Gemeinderat Vilters-Wangs das Wasserbauprojekt und erteilte den Auftrag zur Projektdurchführung.
Vier Abschnitte – erster Spatenstich nach den Sommerferien
Das Gesamtprojekt umfasst vier Abschnitte auf einer Länge von rund 1.5 Kilometern. Der Bau beginnt nach den Sommerferien 2026 mit den unteren zwei Abschnitten zwischen dem Parkhotel und der Mündung in den Vilterser-Wangser-Kanal. Mit jeder Etappe erhält der Bach mehr Raum, eine natürlichere Sohle und vielfältigere Strukturen. Die verbesserte Längsvernetzung ermöglicht den Dohlenkrebsen, neue Gewässerabschnitte zu besiedeln. Zudem sind verschiedene Massnahmen geplant, die den revitalisierten Feerbach für die Bevölkerung erlebbar machen und die Naherholung stärken.
Solide Finanzierung – minimale Kosten für die Gemeinde
Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund CHF 2.75 Millionen. Die Finanzierung ist breit abgestützt: 55 % übernimmt der Bund, 20 % der Kanton St. Gallen. Einen grossen Anteil mit 20 % trägt der naturemade star-Fonds von ewz, der ökologische Aufwertungsprojekte unterstützt und von den Ökostromkundinnen und -kunden von ewz finanziert wird. Auf die Gemeinde Vilters-Wangs entfällt ein Restbetrag von CHF 50'000.–. Die Realisierung des Projekts erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Kanton St. Gallen (Amt für Wasser und Energie, Abteilung Wasserbau) sowie dem naturemade star-Fonds von ewz. Die Gemeinde Vilters-Wangs dankt ihren Partnern für die Unterstützung und das Engagement zugunsten eines ökologisch wertvollen Gewässers im Sarganserland.
«Mit der Revitalisierung des Feerbachs setzen wir ein klares Zeichen für den Natur- und Artenschutz in unserer Gemeinde. Dass wir dabei den einzigen Dohlenkrebs-Bestand des Kantons stärken, macht dieses Projekt besonders wertvoll. Ich freue mich, dass wir nach jahrelanger sorgfältiger Planung nun konkret in die Umsetzung gehen können – gemeinsam mit dem Kanton St. Gallen und dem naturemade star-Fonds von ewz.»
Patrik Schlegel, Gemeindepräsident Vilters-Wangs